Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt

Gedo

Lebensrettung und Wiederherstellung der Lebensgrundlagen (Projekt LLRP)

Aktualisiert 27.09.2017

 

Hintergrund

Ursprünglich war geplant, dass das Projekt LLRP im Herbst 2017 ausläuft. Da Somalia jedoch von einer äusserst schwerwiegenden humanitären Krise getroffen wurde, wurde das Projekt bis nächstes Jahr verlängert und auch das Budget erhöht. Anfang dieses Jahres warnte die UNO, dass Somalia von einer Hungersnot bedroht sei, da das Land von wiederkehrenden Dürren betroffen ist. Nur wenige Tage später erklärten die somalischen Behörden die noch immer anhaltende Dürreperiode zu einer «nationalen Katastrophe». Es wurden Notmassnahmen getroffen, damit es nicht wieder zu einer Situation kommt wie im Jahr 2011, als 260'000 Menschen an den Folgen einer Dürre starben. Nichtsdestotrotz bleibt die Situation prekär.


Wir führen unsere Aktivitäten in der Region Gedo durch, die an der kenianischen und äthiopischen Grenze liegt. Es handelt sich dabei um eine der grössten Regionen des Landes und gleichzeitig um eine, die von Dürreperioden besonders betroffen ist. Die Wirtschaft hängt hauptsächlich von der Viehzucht ab. Das Aufziehen und Halten von Nutztieren ist sowohl für die Ernährung der Menschen als auch für die Generierung von Einkommen unerlässlich. Die Viehhierten sehen grossen Schwierigkeiten ins Auge: Nutztiere, die bereits durch Wasser- und Nahrungsmangel geschwächt sind, sind anfälliger für Krankheiten. Ausserdem verlassen Tiere oft eigenständig ihre Herden auf der Suche nach besserer Versorgung.
 

Während des ersten Halbjahrs 2017 war die Niederschlagsmenge in der Projektregion wieder geringer als erwartet. Unsere Initiative war unerlässlich, um Leben zu retten und Lebensgrundlagen wiederaufzubauen.
 

Projekt

Um die Not sowohl der hungerleidenden Menschen als auch die ihrer Tiere zu lindern, haben wir an die schutzbedürftigsten Haushalte Nahrung verteilt. Ausserdem haben sie Tierfutter erhalten, damit sie ihre Nutztiere füttern können. Die bevorzugten Empfänger unserer Nahrungsverteilung waren schwangere Frauen und stillende Mütter sowie jene, die Kinder unter fünf Jahren aufziehen.

Somit konzentriert sich dieses Projekt besonders auf benachteiligte soziale Klassen wie beispielsweise frauengeführte Haushalte, ältere Personen und behinderte Menschen. Unsere Initiative richtet sich auch an Binnenflüchtlinge, die ihre Heimatregionen aufgrund von Dürre, Konflikten oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten verlassen mussten. In der Region Gedo leben laut offiziellen Schätzungen 80'000 Binnenflüchtlinge.
 

Darüber hinaus zählen die Behandlung von Tierkrankheiten sowie die Stärkung der Tiergesundheit zu den Prioritäten dieses Projekts. Bis heute wurden ungefähr 600'000 Tiere geimpft und entwurmt. Häufig auftretende Tierkrankheiten werden von Laientierärzten erfolgreich behandelt. Im Frühling 2017 kamen 60 dieser Laientierärzte in den Genuss von Weiterbildungen auf den Gebieten der Krankheitsdiagnose, Therapieverfahren und Medikamentenabgabe. 80 Laientierärzte haben ausserdem fertig zusammengestellte Tiergesundheits-Sets erhalten. Weitere Laien befinden sich in Ausbildung zu Tiergesundheitsleistern.
 

Um die Widerstandsfähigkeit von Bevölkerungsgruppen, die von Dürre betroffen sind, langfristig zu erhöhen, ist der Zugang zu Wasser von äusserster Wichtigkeit. Tiergesundheit, humane Gesundheit und Ernährungssicherheit hängen eng zusammen: ständige Wasserzufuhr erhöht die Produktion von Agrarprodukten und Tiernahrung. Letztere ist vonnöten, um die Nutztiere ausreichend versorgen zu können, deren Milch wiederum unerlässlich für das Wohlergehen der nomadischen Bevölkerungsgruppen ist. Ziegen- und Kamelmilch gehören zu den wichtigsten Ernährungsbausteinen dieser Haushalte. Ausserdem stellt der Verkauf von Überschüssen eine wertvolle Einkommensquelle dar.

 

Im Rahmen unseres Projekts haben mittlerweile 800 Personen am Wiederaufbau von Kanälen mitgearbeitet. Dutzende Hektare von Land konnten inzwischen bewässert werden. 3'700 Menschen profitieren ausserdem von der Wiederinstandsetzung von 4 Wassertanks. In Kürze wird auf vielen Dutzend Hektaren Land Tiernahrung angepflanzt werden. Unsere Teams bilden die lokalen Bauern bereits in Anbau und Lagerung von Tierfuttermitteln aus. 200 Bauern haben bereits die Futteranbaumethoden übernommen, die ihnen während der Schulungen beigebracht wurden; für sie sind im Laufe des Jahres Weiterbildungen geplant. Weitere 200 Bauern werden neu in Tierfutteranbau geschult.
Langfristig soll das Projekt LLRP 18'000 Menschen unterstützen. Um weiterhin Kapazitäten aufzubauen und um sicherzustellen, dass das Wort «Dürre» nicht mehr länger eine Umschreibung für «Katastrophe» ist, müssen die Anstrengungen über längere Zeit aufrechterhalten werden. Unser Projekt ist ein Schritt in diese Richtung. Am Horn von Afrika ist es nötig, Katastrophenhilfe mit dem langfristigen Wiederaufbau von Lebensgrundlagen zu kombinieren, damit die lokale Bevölkerung aus eigener Kraft überleben kann und nicht von humanitärer Hilfe abhängig ist.


Klicken Sie hier, um mehr über unseren Begünstigten Alaso Muse Dhagow, seine Geschichte und unser Projekt zu erfahren.


Finanziert durch

USAID, OFDA
 

     

Ziele

 

Lebensrettung und Wiederherstellung der Lebensgrundlagen von Dürre geschädigten Bevölkerungsgruppen durch folgende Massnahmen:
  • Tierärztliche Notfallbehandlungen sowie Ausbildung von Laientierärzten
  • Wiederaufbau von Kanälen und Wasserstellen, um den Zugang zu Wasser sicherzustellen
  • Viehfutteranbau sowie Schulung der Bauern in Anbau und Umgang mit Futtermitteln

Projektübersicht

Projektdauer

Start: 10.01.2016
Ende: 31.05.2018
28Monate

Budget

USD 3'026'729

Projektgebiet

, Gedo