Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt

Region Centrale, Präfektur Tchamba (Agbawiglia, Hezoudè, Ogoualindè, Kpakpala, Abagadji, Djomé)

Initiative zur Vereinigung von Armutsbekämpfung und Umweltschutz Phase II (Projekt APFA II)

Hintergrund

Die Lebensbedingungen der Togolesen haben sich in den letzten Jahren trotz Wirtschaftswachstum kaum verbessert und viele vor allem ländliche Gebiete des Landes leiden nach wie vor unter extremer Armut und Unterernährung ist weit verbreitet. Im Kampf ums tägliche Überleben dringen marginalisierte Bevölkerungsgruppen immer wieder in wertvolle Wälder ein und nutzen ihre natürlichen Ressourcen, indem sie Bäume für die Kohleproduktion fällen, wildern und Weiden und Wasser für ihre Herden suchen. Dies ist auch im Abdoulaye-Wald in der Region Centrale der Fall, der 2004 von der togolesischen Regierung als Naturschutzgebiet erklärt wurde. Der Wald ist für seine Artenvielfalt bekannt, weshalb seine Erhaltung besonders wichtig ist. VSF-Suisse hat im Gespräch mit lokalen Organisationen erkannt, dass nach der Erklärung zum Schutzgebiet eine Arbeit erfolgen muss, um der Bevölkerung Alternativen zur Übernutzung des Waldes aufzuzeigen.

 

Um gleichzeitig den Abdoulaye-Wald zu schützen und die Lebensbedingungen seiner Anwohner zu verbessern, hat VSF-Suisse im Jahr 2014 das Projekt APFA I gestartet. In diesem dreijährigen Projekt wurden der betroffenen Bevölkerung alternative Möglichkeiten zur Nahrungsmittel- und Einkommensgewinnung gezeigt, bei welchen der Wald keinen Schaden davonträgt.

Da für VSF-Suisse die Nachhaltigkeit unserer Interventionen essenziell ist, führen wir das Projekt APFA in einer zweiten Phase fort und sichern so den Fortbestand der erzielten Resultate und die Verstärkung ihrer Wirkung. Dies geschieht auch durch die Ausweitung der Projektaktivitäten auf weitere Dörfer, sodass aktuell sechs Dörfer ins Projekt einbezogen sind.

Projekt

Durch das Projekt APFA II verbessert VSF-Suisse die Lebensbedingungen von sechs Dörfern rund um den Abdoulaye-Wald und schützt und fördert die Artenvielfalt des Waldes


Im ersten Teil des Projektes (APFA I) haben wir Kleinbauern darin begleitet, sich in Bauernorganisationen zusammenzuschliessen, damit sie ihre Interessen besser vertreten können. In diesem Teil des Projektes (APFA II) geht es nun darum, diese Bauernorganisationen in organisatorischer, institutioneller und technischer Hinsicht zu festigen. Ebenso unterstützen wir sie in der Vermarktung ihrer Produkte, indem wir sie mit Zulieferern, Händlern und Mikrokreditinstituten zusammenbringen.


Um die Viehzüchter und Landwirte in ihrer land- und viehwirtschaftlichen Produktion zu unterstützen und somit ihre Ernährungssicherheit und ihr Einkommen zu verbessern, stärkt VSF-Suisse das Institut für landwirtschaftliche Beratung (ICAT) und private Tierärzte sowie ausgebildete Laientierärzte. Die Kleinbauern werden zudem gezielt bei der Steigerung ihrer Produktivität unterstützt, etwa bei der Kleintierzucht, der Honig- und Gemüseproduktion sowie bei der Sheanuss-Verarbeitung.


Die Bauernorganisationen und Kleinbauern bei der Vermarktung ihrer Produkte begleitet und zuverlässige Verkaufskanäle werden geschaffen, um Einkünfte entlang der Wertschöpfungskette fair verteilen. Frauen, welche anlässlich des Projekts APFA I alternative Einkommensstrategien zur Holzkohleproduktion aufgebaut haben und ihren Lebensunterhalt jetzt durch das Sammeln und Verarbeiten der Sheanuss bestreiten, werden bei der Vermarktung ihrer Erzeugnisse unterstützt. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Abholzung.


Um die Bevölkerung über die Wichtigkeit einer nachhaltigen Nutzung des Waldes zu sensibilisieren, werden Informationsveranstaltungen durchgeführt. Diese Veranstaltungen dienen auch dazu, die Bevölkerung auf die für die nomadischen Viehzüchter festgelegten Routen aufmerksam zu machen. Die Nomaden weilen in der Trockenzeit vermehrt in der Region des Abdoulaye-Waldes und treten auf der Suche nach Weiden und Wasser für ihre Herde oftmals in Konflikt mit den ansässigen Kleinbauern. Vieh-Korridore sowie Weidegründe stellen in diesem Zusammenhang eine wichtige Form der Konfliktprävention dar. Um Auseinandersetzungen aufgrund der Wasserknappheit zu umgehen, hat VSF-Suisse gemeinsam mit Kleinbauern und Nomaden Wasserstellen und neue Brunnen geplant und bestehende Brunnen wieder nutzbar gemacht. Ausserdem sollen neu gebildete Komitees zur Verwaltung der natürlichen Ressourcen des Waldes den kontinuierlichen Dialog zwischen Viehzüchtern und Bauern fördern.
 

In Zusammenarbeit mit

  • Den Kantonen Genf, Bern, Basel-Stadt, Aargau, Graubünden und Glarus
  • Paul Schiller und Marie & Rudolf Gsell Stiftung, Verein Share for Food
  • Französische Botschaft in Cotonou (Beitrag via lokale NGO)
     

Ziele

Das Hauptziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung rund um den Abdoulaye-Wald sowie Schutz und Förderung dessen Artenvielfalt.
 

Um dieses Ziel zu erreichen, werden folgende spezifischen Ziele gesetzt:

  • Stärkung der Bauernorganisationen und Förderung deren Eingliederung in Dachverbände
  • Verbesserung der Ernährungssicherheit und des Einkommens der Kleinbauern rund um den Abdoulaye-Wald
  • Effektive und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen des Waldes, insbesondere seiner Pufferzonen, sowie Schutz der Artenvielfalt.
     

Projektübersicht

Projektdauer

Start: 01.03.2018
Ende: 29.02.2020
23Monate

Budget

CHF 315'010

Projektgebiet

, Region Centrale, Präfektur Tchamba (Agbawiglia, Hezoudè, Ogoualindè, Kpakpala, Abagadji, Djomé)