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Dürre am Horn von Afrika: Wie das Entschlammen eines Damms das Überleben der Gemeinschaft sichert

Belinda Oktosi, 06.09.2011

 

Es ist sechs Uhr morgens in Gither, im Distrikt West Mandera in Kenia und die Menschen sind bereits unterwegs in Richtung ihres neuen Arbeitsplatzes. Eine Arbeit voller Hoffnung, die ihnen helfen wird, die Dürren von denen sie immer wieder heimgesucht werden, zu überleben. Männer und Frauen, Alt und Jung beeilen sich in der Dämmerung um an der Entschlammung des Damms teilzunehmen, damit dieser, wenn der Regen wieder kommt, aufgefüllt werden kann und so ihr Überleben sichert. VSF-Suisse hat diese Projekt auf die Beine gestellt: die Arbeit ist bezahlt und die ganze Gemeinschaft profitiert davon.
 
Hier in Gither wissen alle wie wichtig diese Aufgabe angesichts der Dürre ist und sie hat die Gemeinschaft wieder zusammengeschweisst. Für Hassan Ibrahim Maalim, Mitglied des Krisenmanagement Teams in Gither, hat VSF-Suisse das Leben im Dorf verändert: „Nie werden wir die Anwesenheit von VSF-Suisse in Gither vergessen; sie hat uns in einer Hoffnungslosen Situation neue Lebensenergie gegeben“. Und er fügt noch hinzu: „Früher wurde diese Arbeit von einem einzelnen Traktor erledigt und der Vertrag für die Arbeit wurde nur an eine Person im Dorf gegeben. Heute ist es das Management Komitee welches diese Arbeit koordiniert. Alle können mitmachen – und so profitieren auch alle davon“.
 
Hassan Ibrahim Maalim seufzt als er sich an die Schwierigkeit, für die Gemeinde Wasser zu finden, erinnert. „Wir waren gezwungen einen Teil der Nahrungsmittelhilfe zu verkaufen um Wasser kaufen zu können. Die momentane Dürre ist bedeutend schlimmer als die letzten zwei Dürren die wir erlebt haben.“ Hassan zeigt uns die Tierkadaver die den Weg zum Damm säumen. Angesichts dieser Dürre haben die Dorfbewohner ihre Tiere nach Äthiopien geführt in der Hoffnung dort Wasser und Weiden zu finden. „Von den 436 geschlachteten Tieren in unserer Region wurden nur gerade 46 zum Konsum freigegeben“ bezeugt Agoi Lanina, Tierarzt und Projektkoordinator von VSF-Suisse. „Das Bild dieses Haufens von verurteilten Kadavern war so schrecklich, dass wir es als unethisch empfanden Fotos davon zu machen.“
 
VSF-Suisse unterstützt den Verkauf von Tieren welcher ein zusätzliches Einkommen für die Gemeinde erzielt. Die Idee ist, einen Teil der Tiere zu schlachten und nur die stärksten Tiere während der Dürreperiode zu behalten. Dies erlaubt einerseits ein Zusatzeinkommen zu generieren und andererseits haben die verbleidenden Tiere mehr Nahrung und Wasser zur Verfügung. Diese Tiere werden nach der Dürre zum Wiederaufbau der Herde benutzt. Hassan meint: „dank dem Verkauf ihrer Ziegen können die Dorfbewohner in meinem Laden einkaufen“. Mohamed Noor, ein Bewohner von Gither, sagt das Gleiche: „Dank dieser Aktivitäten konnte die Gemeinde Geld zusammentragen um Menschen und Tiere medizinisch zu versorgen und Wasser und andere dringend notwendigen Produkte kaufen.“ Ibrahim Katelo, ein anderer Begünstigter des Projekts bekräftigt: „Die Familien in Gither sind sehr froh, dass das tägliche Brot gesichert ist. Das war noch vor kurzer Zeit undenkbar. Es hat auch geholfen, die Konflikte in der Gemeinschaft zu reduzieren.“
 
Hassan’s enthusiastische Schlussbemerkung: „Es ist wichtig, dass der Damm entschlammt wird; dadurch erhalten über 230 Personen einen Lohn und werden später, wenn der Regen wieder kommt, vom Damm profitieren.“
 

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Tags: Dürre  Horn von Afrika  Krisenmanagement 
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