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VSF-Suisse hat ein Gesicht! Lernen Sie Dr. Martin Barasa kennen, neuer Länderverantwortlicher Südsudan

VSF- Suisse, 20.10.2014

 

Der Vorstand von VSF-Suisse hat Dr. Martin Barasa als den neuen Länderverantwortlichen für den Südsudan gewählt. Barasa verfügt über einen Bachelor in Veterinärmedizin (BVM) der Universität Nairobi und ein Masterdiplom in Entwicklungsstudien der St. Paul Universität in Limuru, Kenia. Viele von uns kennen Martin Barasa schon seit einigen Jahren, da er bereits seit 14 Jahren für VSF-Suisse arbeitet, namentlich als Team Leader des Südsudanprogramms. Durch seinen professionellen Hintergrund, seine langjährige Erfahrung bei VSF-Suisse und sein Engagement für die Empfänger/innen unserer Programme der Region, wird Barasa die grosse Herausforderung meistern und das Südsudanprogramm erfolgreich vorwärts treiben.
 
VSF-Suisse_Südsudan_Martin_Barasa  

Herr Barasa, wie war Ihre erste Reaktion, als Sie zum neuen Länderverantwortlichen gewählt wurden?

 

Als erstes überkam mich ein Seufzer der Erleichterung darüber, dass das Auswahlverfahren endlich vorbei war und dass ich gewählt wurde. Denn das Auswahlverfahren für die Position des Länderverantwortlichen Südsudans  war ein langwieriger Prozess mit starker Konkurrenz. Als mir klar wurde, dass ich der Auserwählte war, freute ich mich sehr und meine Freunde und Kollegen gratulierten mir zu der neuen Aufgabe. Ich erlebte aber auch Momente der Angst und Unsicherheit, als mir das Ausmass dieser Herausforderung bewusst wurde. Aber ich habe mich seither daran gewöhnt und akzeptiere die Herausforderung, indem ich nach vorne blicke.

 
Was wird die grösste Herausforderung des neuen Länderverantwortlichen im nächsten Jahr sein?


Es gibt einige Herausforderungen. Die grösste Herausforderung jedoch wird die Ressourcenbeschaffung sein, um die Programme im 2015 und auch in Zukunft

finanzieren zu können. VSF-Suisse verlässt sich momentan hauptsächlich auf Spendengelder, um die Projekte zu finanzieren, das Suchen nach Spender wird aber immer wie schwieriger, da die Spenderlage für internationale NGOs im Südsudan immer wie kompetitiver und komplexer wird, da diese Quelle am versiegen ist. Dies wurde noch verstärkt durch das angespannte, politische Klima des Landes, welches zu enormen Herausforderungen im Umsetzen von  humanitärer  Hilfe führte, vor allem im konfliktreichen Staat Unity.
Eine weitere Herausforderung sind die neuen fremdenfeindlichen  Tendenzen des Landes, die sich an den anhaltenden, fremdenfeindlichen Meinungen des Staates  erkennen lassen. Das Ziel, die Anstellung von Staatsbürger/innen voranzutreiben, wird eine grosse Herausforderung für die Angestellten der  laufenden Projekte, die sich im Moment mehrheitlich aus ausländischen Personen in den mittleren und höchsten Jobebenen zusammensetzen.
Schliesslich wird das Büro in Juba, das bis anhin vom Büro in Nairobi verwaltet wurde, zu einem eigenständigen Büro umgewandelt, welches auf eigenen Füssen stehen wird, mit einem direkten Austausch zum Hauptsitz in der Schweiz. Dieser Umbruch, und das Errichten eines gut funktionierenden Länderbüros mit genügend Ressourcen wird ein harter Kampf.

 

Wie werden Sie diesen Herausforderungen begegnen?


Herausforderungen zur  Sicherung von Ressourcen werden grosse Bemühungen erfordern, vor allem beim Knüpfen und Pflegen unserer Beziehungen mit institutionellen – und UN-Spendern, wie zum Beispiel OFDA, ECHO, die EU, CHF, FAO und UNICEF. Ausserdem hat das Knüpfen von neuen, entwicklungsfähigen Partnerschaften mit internationalen NGOs Priorität.
Bei Herausforderungen in Bezug auf politische Belange wird VSF-Suisse neutral und apolitisch bleiben, ganz in Abstimmung mit unseren Grundsätzen und Werten, in der Hoffnung dass regionale und internationale Institutionen (UNMISS und IGAD) mit ihren Mandaten zur Friedensförderung erfolgreich sind und somit Normalität im Land wiedereinkehrt.  VSF-Suisse wird aber trotzdem aktiv bleiben und innerhalb der Rahmenbedingungen von UNMISS, UN OCHA, UNHAS und NGO Forum Protokolle weiterarbeiten, unter Einhaltung von standardisierten Arbeitsabläufen,  Sicherheitsrichtlinien und Regeln im Feld beim Zugang zu Nothilfeempfänger/innen.
Die fremdenfeindlichen Tendenzen bei der Anstellung von Staatsbürger/innen gegenüber unseren aktuellen Angestellten, die sich meistens aus ausländischen Personen zusammensetzen, werde ich mit einem Ausgleich zwischen dem vorherrschenden Talentenpool der ausländischen Belegschaft und der zu garantierenden Anstellungsquote von qualifizierten Staatsbürger/innen bei neuen Jobgelegenheiten, bei Managementpositionen, wie auch Stellen im Feld, begegnen.
Die Herausforderungen des Übergangs von dem Büro in Juba werden durch ein systematisches Rationalisieren und ein neues Organisationssystem, neue Prozesse und Führungskapazitäten gemeistert, sodass das Büro seine Arbeit erfolgreich umsetzen kann.

 
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Was ist Ihre grösste Motivation für die Stelle als Länderverantwortlichen von VSF-Suisse?


Meine grösste Motivation schöpfe ich aus der Tatsache, dass ich nun eine wirkliche Gelegenheit vor mir habe, um meine Erfahrungen und Expertise anzuwenden und die über die Jahre gewonnenen Netzwerke einzusetzen als Teil des Management-Teams, um Strategien zu entwickeln, welche die Zukunft von VSF-Suisse zum Guten wandeln werden.


Erzählen Sie uns von Ihrer vorherigen Position als Teamleiter innerhalb des Süd Sudan Programmes von VSF-Suisse, welches waren Ihre wichtigsten Erfahrungen, die sie dort sammelten?


 

 

Teamleiter zu sein ist eine anspruchsvolle, aber erfüllende Aufgabe. Es erlaubte mir, an vorderster Stelle bei unserer Arbeit  im Feld zu arbeiten: ich durfte meine Team-Mitglieder führen, beraten und betreuen bei den täglichen Programmarbeiten. Es gab mir auch die Gelegenheit, einen engen und regelmässigen Austausch mit den Kollegen aus dem Feld, Programmbegünstigten und UN-, internationale NGOs- und NNGO-Akteuren zu führen. Auch erlaubte es mir praktische Erfahrungen beim der Umsetzung von spezifischen Projektkomponenten und dabei die Ergebnisse und Einflüsse auf einem persönlichen Level zu erleben und schätzen.

 

Erzählen Sie uns vom Südsudan – Wie können Entwicklungsarbeit  und humanitäre Hilfe inmitten eines Bürgerkrieg-Kontexts durchgeführt werden?


Der aktuelle Konflikt bezieht sich vor allem auf drei Staaten: Unity, Jonglei und Upper Nile. Die anderen Staaten, inklusive dem Staat Northern Bhar el Ghazal , in welchem VSF-Suisse tätig ist, sind relativ stabil und das Durchführen von Entwicklungsarbeit ist möglich. Unser Ansatz im aktuellen Kontext bezieht sich auf zwei Ebenen: Hilfe in Form von Wiederaufbau, Besserung und Entwicklung in den stabileren Staaten und Nothilfe in den konfliktreichen Staaten. Die grösste Gelegenheit zu helfen besteht aber in der Unterstützung der Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinschaften in den konfliktreichen Staaten. Diese Gemeinschaften haben einzigartige Fähigkeiten, sich von Konfliktsituationen und Katastrophen zu erholen und unsere Arbeit orientiert sich dabei immer an dem SRE-Prinzip (Verknüpfung von Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung).

 

Sie verfügen über ein Bachelordiplom in Veterinärmedizin und einem Masterdiplom in Entwicklungsstudien – wie können Sie von den beiden Disziplinen im afrikanischen Kontext profitieren?


Beide Disziplinen sind sehr relevant und brauchbar im afrikanischen Kontext, denn die meisten Gesellschaften in Afrika setzen sich mehrheitlich aus ländlichen Agrargesellschaften zusammen, deren Lebensgrundlage hauptsächlich vom Tierbestand abhängt. Der Tierbestand spielt eine wichtige Rolle in ländlichen Wirtschaftssystemen, er ist die Quelle von Nahrung, Einkommen und Notvorrat bei Dürren. Mein akademischer Hintergrund als Veterinärmediziner und Entwicklungshelfer hilft mir bei strategischen Planungen bei Programmen zu Tiergesundheit, Produktion und bei der Entwicklung und Vermarktung der Wertschöpfungskette.

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Als eines Ihrer Hobbies haben Sie das Reisen genannt – wo würden Sie als nächstes hinreisen und warum?


Als nächstes möchte ich in die Schweiz nach Bern reisen; hauptsächlich um das Team am Hauptsitz kennen zu lernen, das ED und einige Leute des Vorstandes, um sich zu treffen, vorzustellen, strategisch zu planen und um sich mit anderen Länderverantwortlichen auszutauschen, inshalla! 

 

 

Tags: Horn von Afrika  Juba  Länderverantwortlicher  Martin Barasa  Südsudan  VSF hat ein Gesicht  VSF-Suisse 
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