Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt

VSF-SUISSE HAT EIN GESICHT: LERNEN SIE GUY PILAMANA KENNEN

VSF- Suisse, 19.01.2015

 

Seit 2007 arbeitet Guy Pilamana für VSF-Suisse in Togo. Der Experte in den Bereichen Zucht und Herdenbetreuung erzählt im Interview von seiner täglichen Arbeit und von den Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahren gesammelt hat.

 
 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

 

Immer zu Wochenbeginn planen wir die Aktivitäten für die ganze Woche. Wenn wir einen Tag im Feld vor uns haben starten wir sehr früh am Morgen, damit wir die Leute im Dorf antreffen bevor sie sich zu ihrer Arbeit aufmachen. Wenn wir einen Impftag organisieren, wird der Dorfchef im Vorfeld informiert und die Sensibilisierung findet mit der gesamten Dorfbevölkerung statt. Somit werden alle darüber informiert wann ich ins Dorf komme und es wird von den Tierbesitzern erwartet, dass sie ihre Tiere in der Nähe des Hauses haben wenn ich komme. Zusammen mit den lokalen Laientierärzten bereiten wir die Impfungen vor, gehen von Haus zu Haus und impfen die Tiere. Sobald alle Tiere im Dorf geimpft sind, verabschiede ich mich vom Dorfchef und fahre zurück ins Büro. Ich erzähle meinen Kollegen, dass alles gut gegangen ist und dass ich sicher zurückgekommen bin. Zum Schluss lese ich den Zählerstand meines Motorrades ab und gehe nach Hause.

 

Was motiviert Sie, für VSF-Suisse zu arbeiten?

 

Ich mag es im Bereich der Tierzucht und -haltung zu arbeiten. Ich mag Tiere und bin es gewohnt mit ihnen zu arbeiten. Somit entspricht VSF-Suisse sehr gut meinen Vorstellungen. Kurz gesagt, es macht mir Freude für VSF-Suisse zu arbeiten. Ich bin mit Ziegen, Hühnern und Schafen aufgewachsen und meine Familie hatte auch immer Hunde und Katzen als Haustiere.

 

Was haben Sie durch die Arbeit bei VSF-Suisse gelernt?

 

Wenn man die Ausbildung zum Ingenieur in Viehzucht abschliesst kennt man lediglich die Theorie. Erst bei der Anwendung dieser Kenntnisse lernt man, was es bedeutet in diesem Bereich zu arbeiten. Wir arbeiten bei VSF-Suisse in verschiedenen Regionen, was uns erlaubt unseren Horizont zu erweitern und zu sehen, wie die Leute in anderen Gegenden leben. Zudem bekommen wir jedes Mal wenn wir von der Feldarbeit zurückkommen ein Feedback von unserem Chef: Was wir gut gemacht haben und wo wir uns noch verbessern können. Von unserem Koordinator konnte ich vor allem im Bereich der Tiergesundheit sehr viel lernen. Er sagte uns, wie wir mit den Kleinbauern umgehen sollen und wie wir die Arbeit im Feld gut erledigen können.

 

Welche Veränderungen im Leben der Begünstigten konnten Sie seit dem Beginn des PAIP-Projektes (zur Unterstützung von bäuerlichen Initiativen in der Region rund um den Fazao-Malfakassa Park) 2007 feststellen?

 

Ich habe viele Veränderungen im Leben der von VSF-Suisse begünstigten Bauern bemerkt. Einige haben sich zusammengeschlossen und unterstützen sich gegenseitig. Mit der Unterstützung von VSF-Suisse und in Zusammenarbeit mit den Dorfchefs haben die verschiedenen Gruppen gelernt, wie man als Verein funktionieren kann. Das Problem eines Bauern wird somit zum Problem, welches von der gesamten Gruppe getragen wird. Es gibt auch neue einkommensfördernde Aktivitäten. Die Familien, die begonnen haben Tiere zu züchten, konnten ihre Lebensbedingungen deutlich verbessern. Das Vieh dient als Einkommensquelle der Familien. Durch den Verkauf von Tieren können die Bauern finanzielle Engpässe überwinden. Mittlerweile funktioniert das Herdenmanagement so gut, dass die Bauern selbständig damit zu Recht kommen. Die Abhängigkeit der Bauern von den Ressourcen aus dem Nationalpark hat sich stark verringert und die Wahrnehmung des Nationalparks unter den Dorfbewohnern hat sich seit 2007 positiv verändert. Dank verschiedenen Sensibilisierungskampagnen von VSF-Suisse haben die Bauern erkannt, dass das Fällen von Bäumen und die Brandrodung der Umwelt schaden.

 

Glauben Sie, dass die begünstigten Bauern die Unterstützung von VSF-Suisse brauchen?

 

Ja. Die Bauern können heute die einkommensfördernden Aktivitäten (Tierzucht, Gemüseanbau und Bienenzucht) mit ihren landwirtschaftlichen Aktivitäten kombinieren. Die tierischen Abfallprodukte werden als biologische Düngemittel weiterverwertet. So kommt es zu einer Verbesserung der Bewirtschaftung der Böden und dementsprechend auch zu einer Verbesserung der Bodenbeschaffenheit. Die Bauern selbst anerkennen den Nutzen der Arbeit, die VSF-Suisse leistet.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Bauern in Bezug auf VSF-Suisse?

 

VSF-Suisse wird nicht permanent vor Ort sein. Wir werden andere Bauern in anderen Regionen unterstützen. Nach jedem Projekt machen wir eine Umfrage in den begünstigten Dörfern und stellen fest, dass sich die Lebengrundlagen der Bauern verändert haben. Wenn wir nach jedem Projekt feststellen, dass die Bauern nun nach dem Prinzip der Selbsthilfe arbeiten, sind wir zufrieden mit unserer Arbeit.

 

Was möchten Sie den Leuten in der Schweiz mitteilen, die VSF-Suisse unterstützen?

 

Ich danke den Schweizerinnen und Schweizern, denn sie sind es, die die Projekte von VSF-Suisse in Togo finanzieren. Dank Ihnen konnten die obengenannten Veränderungen stattfinden. Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Togo auch in Zukunft weiterbestehen wird.

 

 

Tags: Team  Togo  VSF hat ein Gesicht  VSF-Suisse 
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