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Unterwegs in den Norden von Kenia - Ein Reisebericht von Bonny Wilkinson

Bonny Wilkinson, 06.12.2011

Nach dem Mittagessen laden wir den Land Rover mit unserem Gepäck, extra Benzin und Material bevor wir Richtung Norden, nach Merti, aufbrechen, wo wir einige Tage bleiben werden. Aufgrund von jüngsten Viehdiebstählen ist die Strasse unsicher und so werden wir von zwei Kenianischen Soldaten, Sam und Mike, begleitet. Sie tragen Waffen damit sie uns im Notfall beschützen können. Wir reisen in einem Konvoi von zwei Autos.

 

Sobald die Autos beladen sind fahren wir los. Die Strassen – oder soll ich sie Pisten nennen? – sind uneben und staubig, die Hitze steigt mit jedem Kilometer den wir zurücklegen. Schon nach kurzer Zeit klebe ich an meinem Sitz, schwitze still vor mich hin während ich die sich ständig verändernde Landschaft bewundere. Wir überqueren einen grossen, von Bäumen und Büschen gesäumten Fluss. Am Horizont sind Berge zu sehen. Und plötzlich verändert die Erde ihre Farbe zu Rostrot, die Bäume verschwinden und werden von kleinen Büschen ersetzt. Wilde Tiere kreuzen unsern Weg auf der Strasse: hier rennt ein Dik Dik ins Unterholz, und dort sind ein Gerenuk und ein Vogelstrauss auf der Suche nach Wasser. Wenig später begegnen wir ein paar Adlern, die sich ihren Anteil an einem Ziegenkadaver holen. Die Zeichen der Dürre sind bereits hier zu sehen, und wir befinden uns noch weit weg von den stark betroffenen Regionen.

 

Auf der ganzen Strecke sehen wir immer wieder grosse, migrierende Herden von Kühen, Ziegen, Schafen und Kamelen. Die zunehmende Wasserknappheit in der Region zwingt mehr und mehr Menschen und ihre Tiere näher an die verbleibenden Wasserstellen zu ziehen. Dies hat zu Übergriffen auf Viehherden geführt; dabei sind Menschen ums Leben gekommen. Die Familien, die wir sehen, verlassen das Gebiet aus Angst um ihre Tiere und damit ihren Lebensunterhalt. Sie marschieren kilometerweit über die staubige Erde und führen ihre Tiere Richtung Kipsing – das Gebiet welches wir an diesem Morgen besucht hatten. Aber auch in Kipsing trocknen die Trinklöcher langsam aus und jene die verbleiben sind immer stärker von Viehkot verschmutzt.

 

Nach Stunden auf den holprigen Wegen kommen wir plötzlich durch Dörfer und Siedlungen. Ich frage mich: “Wie überleben die Menschen hier?” Das Land ist flach, trocken und staubig – es sieht nicht aus, als ob es hier irgendetwas gäbe, was die Menschen und Tiere ernähren könnte. Ich lerne, dass die Menschen hier Nahrungsmittelhilfe bekommen. Aber dafür müssen sie an einem Ort registriert sein, sie müssen sesshaft sein. Später erfahre ich, dass die Jungen und Männer weit weg sind, auf der Suche nach Weideland und Wasser für ihre Tiere. Das ist also der Grund warum uns in den Dörfern hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Männer begegnen. Aber was kann Vétérinaires Sans Frontières Suisse tun für diese von der Dürre stark betroffenen Regionen? Es ist Zeit für mich die Menschen kennenzulernen, die VSF-Suisse im Feld ausmachen. Dies wird das Thema des nächsten Blogs. Bleibt dran… 

 

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Tags: Dürre  Kenia  VSF-Suisse 
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