Am 23. September 2019 ist der erste offizielle Herbsttag des Jahres, doch bereits jetzt sind die kühleren Temperaturen deutlich spürbar. Auch diesen Sommer hatte uns die Hitze wieder fest im Griff und Hitzewellen
rollten schonungslos über uns her.

Besonders Viehbäuerinnen und Viehbauern sind von den Auswirkungen langanhaltender Trocken- und Hitzezeiten betroffen. Durch Notfallmassnahmen kann den Folgen solcher Katastrophen entgegengewirkt werden. Doch wie steht es um Menschen, die mit noch längeren Trocken- und Dürreperioden konfrontiert sind?

Der Hitzesommer 2018 in der Schweiz

Der ausgetrocknete See «Lac des Brenets» an der schweizerisch-französischen Grenzen im September 2018

Der Hitzesommer 2018 in der Schweiz hatte es in sich – ganze Seen und Flüsse trockneten aus, zigtausende Fische starben, Ernten vertrockneten vielerorts und der Import von Gütern über den Rhein kam fast zum Erliegen. Die Mittel zur Tränkung und Fütterung der Nutztiere von Viehbäuerinnen und Viehbauern fehlten, wodurch Wintervorräte vorzeitig verbraucht oder Futter aus dem Ausland importiert werden musste.

Auch die Armee war im Einsatz und flog per Helikopter Wasser in die Alpen, um das Vieh vor dem Verdursten zu retten. Einige Bäuerinnen und Bauern sahen sich gar gezwungen, einen Teil ihrer Herde zu verkaufen oder zu schlachten, da die Versorgung aller Tiere zu teuer gewesen wäre. Die Dürreperiode forderte viele Opfer und hinterliess Spuren, die noch heute sichtbar sind.

Der Klimawandel beherrscht nicht bloss die Schweiz

Wie mehrere Schweizer Medien berichteten, verendeten auch dieses Jahr Fische durch die hohen Wassertemperaturen, das Waldbrandrisiko in den Alpen stieg wieder an und Bäume sterben in einigen Gebieten noch durch die letztjährige Dürre ab.

Die Natur konnte sich nicht gänzlich vom letzten Sommer erholen. Globale Wetterdienste und Klimaforscher sind sich einig, dass weitere Trockenperioden kommen. Der Klimawandel beherrscht nicht bloss die Schweiz, sondern die ganze Welt.

Andere Regionen sehen sich regelmässig mit noch gravierenderen Auswirkungen von Trocken- und Dürreperioden konfrontiert, wie beispielsweise das Horn von Afrika.

Das Horn von Afrika

Laut der UNO leiden derzeit rund zwölf Millionen Menschen in Äthiopien (1) Dschibuti (2), Kenia (3) und Somalia (4) unter immer häufigeren und stärkeren Dürren, welche ihre Existenz bedrohen

Auch Caritas berichtet, dass grosse Teile der Landbevölkerung in Ostafrika ihre Lebensgrundlage aufgrund kürzerer oder teils ganz ausbleibenderRegenzeiten verloren hat.
So können die Landwirtschaft und die Weiden durch den fehlenden Niederschlag nur schwer wiederaufgebaut werden. Durch mangelnde Nahrung magern Nutztiere stark ab, werden krankheitsanfälliger oder sterben.

Was bei uns als Ausnahmezuständen gilt, ist in anderen Ländern seit längerer Zeit Realität. Ein ausgetrockneter See in Äthiopien. © Darrin Vanselow/Le Matin

Der Dawa-Fluss, der im südlichen Hochland von Äthiopien entspringt und durch Kenia und Somalia fliesst, ist in einigen Gebieten, wie hier in Gedo (Somalia), durch die Dürre ausgetrocknet.

Was VSF-Suisse tut

2015 zum Beispiel konnte VSF-Suisse in Äthiopien, Kenia und Somalia Viehhalterfamilien und ihren Herden helfen, zu Überleben.

Wir halfen mit der Beschaffung von Wasser und Futter für Ziegen, Schafe und Kühes owie der Reduzierung von Herdenbeständendurch die Schlachtung kranker oder geschwächter Nutztiere.

Durch die Wiederherstellung von Wasserstellen und den Transport von Wasser durch Lastwagen können wir Wasser in Dürregebiete transportieren. © Tom Martin

Diese Notfallmassnahmen bieten jedoch keine nachhaltige Lösung für das Problem der Dürre. Durch: Diese Notfallmassnahmen bieten jedoch keine nachhaltige Lösung für das Problem der Dürre.

Durch die Ausbildung von Laientierärztinnen und Tierärzten. und die Untersützung von Tierarznei-Apotheken kann das steigende Bedürfnis von tierärztlichen Behandlungen gedeckt werden

VSF-Suisse Tierärztin Zuleka Ismail in einer von VSF-Suisse unterstützten tierärztlichen Apotheke in Äthiopien.

Zudem konzentieren wir uns darauf: Wasserstellen wiederherzustellen, den Zugang zu Märkten zu stärken und Schulungen zum Anbau von Futtermittel durchzuführen. Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung kann so nachhaltig gestärkt und die Lebensgrundlage wiederaufgebaut und breiter abgestützt werden.

Um Mehr über das Thema der Dürre zu erfahren, besuchen Sie unsere Facebook-Seite und setzen Sie sich mit uns mit den verschiedenen Gesichtern der Dürre auseinander.