Die Covid-19-Pandemie hält die gesamte Menschheit seit Monaten in Atem. Die bereits von Hunger und Armut betroffen Menschen, für die sich VSF-Suisse in ihren Projekten einsetzt, trifft es oft besonders hart. Wir unterstützen die Bevölkerungen in den Projektländern deshalb mit diversen Aktivitäten in ihrem Kampf gegen das Virus.

Mit Hygiene und Sensibilisierung gegen das Virus

VSF-Suisse ist mit verschiedenen Projekten in Mali und Togo in Westafrika und in Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Somalia, Somaliland und Südsudan in Ostafrika präsent. Die Projekte helfen gefährdeten Bevölkerungsgruppen, sich eine nachhaltige Lebensgrundlage aufzubauen. Da in einigen Regionen dieser Länder die finanziellen Mittel für eine effiziente Bekämpfung von Covid-19 fehlen, hilft VSF-Suisse auf verschiedene Weise. So drehen sich die Aktionen in Mali und Togo zum Beispiel um Bereitstellung von zusätzlichen Hygieneartikeln und Sensibilisierung der Bevölkerung. Unser Engagement in Ostafrika, wie das Beispiel von Äthiopien im Folgenden zeigen wird, beinhaltet zusätzlich gezielte Hilfe für einzelne Gesundheitseinrichtungen. Das übergeordnete Ziel in allen Ländern ist die Bereitstellung von Wissen und Material, damit die Menschen die Krise bewältigen und ihre Lebensgrundlage sichern können.

Wie Covid-19 nomadische Gemeinschaften in Äthiopien bedroht

Der erste Covid-19-Fall in Äthiopien wurde im März 2020 bekannt und bis zum 14. Oktober 2020 erreichte die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle 85’718, wobei 1’305 Todesfälle zu beklagen wurden. Nomadenvölker, wie das der Borana in der gleichnamigen Zone im Süden Äthiopiens, sind besonders gefährdet. Der mangelnde Zugang zu Gesundheitsdiensten und Hygieneeinrichtungen sowie die Nähe zur kenianischen Grenze und die damit verbundenen grenzüberschreitenden Bewegungen von Menschen und Tieren erhöhen das Ansteckungsrisiko. Ein Mangel an Informationen und eine ungenügende Sensibilisierung der Bevölkerung erschweren die Situation zusätzlich. Im Kampf gegen das Virus haben die Regierungen auf nationaler, regionaler und zonaler Ebene verschieden Vorsichtsmassnahmen eingeführt, wie z.B. die Schliessung von Märkten und die Einschränkung des Reiseverkehrs. Dies wiederum wirkte sich negativ auf die von der Viehzucht lebende Bevölkerung aus, gefährdet es doch deren Lebensunterhalt und Ernährungssicherheit. Die finanziellen Mittel für den Kauf von persönlicher Schutzausrüstung und Hygieneartikeln (wie Masken, Desinfektionsmittel und Seife) sind erst recht nicht verfügbar. In diesen Bereichen ist die Unterstützung durch Organisationen wie VSF-Suisse unerlässlich. Obwohl die Regierungen der betroffenen Zonen als Reaktion auf die Pandemie auch Vorkehrungen für die lokalen Gesundheitseinrichtungen getroffen haben, besteht nach wie vor ein Mangel an Informationen, Personal und Ausrüstung.

Gemeinsam werden wir diese Pandemie durchstehen

Mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), hat VSF-Suisse das COVID-19 Prevention and Control Rapid Responses Project ins Leben gerufen. Das Hauptziel dieses Projektes ist es, die lokalen Regierungen bei der Prävention und Krisenbewältigung zu unterstützen und so die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen zu schützen. VSF-Suisse konzentriert sich dabei einerseits auf die Stärkung der Kapazitäten der Gesundheitseinrichtungen zur Durchführung von Prävention, Diagnose und Behandlung von Covid-19-Fällen, andererseits auf die Sensibilisierung der Bevölkerung zur Eindämmung des Virus. Konkrete Beispiele für Aktionen zur Stärkung von Gesundheitseinrichtungen sind der Bau von Abfallentsorgungsanlagen für kontaminierten Müll oder die Installation von Wassertankwagen für die Verfügbarkeit von sauberem Wasser. Im Bereich Sensibilisierung der Bevölkerung führen wir Schulungen durch und fördern die soziale Mobilisierung mit Hilfe von Plakaten und T-Shirts. Nicht zuletzt unterstützen wir die Distriktgesundheitsämter bei Monitoring, Kontaktverfolgung und Probensammlung. Gemeinsam werden wir diese Pandemie durchstehen.