Stimmen vor Ort

Mein Name ist Muna. Ich bin 51 Jahre alt, Witwe und Mutter von zehn Kindern. Ich lebe in Digino Kebele in der Region Somali in Äthiopien.

Wie viele Familien hier bin ich auf Viehzucht und Kleinbauernwirtschaft angewiesen. Meine Rinder, Schafe und Ziegen sorgen für Nahrung und Einkommen. Sie versorgen meine Kinder mit Milch und bilden die Grundlage unseres Lebensunterhalts.

In den letzten Jahren sind Dürren häufiger geworden und Weideland ist knapp geworden. Wenn Tiere erkranken oder schwächer werden, sind die Folgen unmittelbar. Wir verlieren Nahrung, Einkommen und Stabilität. Lange Zeit gab es in unserem Dorf keine tierärztlichen Dienste.

Leben mit Dürre und eingeschränkter Unterstützung

Unser Leben ist eng mit unseren Tieren und dem Land verbunden. Wenn der Regen ausbleibt, hat das Einfluss auf alle lebenswichtigen Bereiche.

Ohne tierärztliche Behandlung breiten sich Krankheiten schnell aus. Manchmal gefährdet sogar die Verwendung von Produkten kranker Tiere unsere Gesundheit. Diese Unsicherheit gehörte zum Alltag.e

Gemeinsam lernen und handeln

Ich schloss mich dem Projekt „Gender Responsive One Health“ (GROH) an, das von Vétérinaires Sans Frontières Suisse (VSF-Suisse) und ihren Partnern umgesetzt wird.

Durch das Projekt lernte ich, wie menschliche Gesundheit, Tiergesundheit und die Umwelt miteinander verbunden sind. Ich lernte, wie man dürreresistentes Futter anbaut, wie ich meine Tiere besser versorgen und Krankheiten vorbeugen kann.

Gemeinsam tauschten wir Frauen Wissen aus und unterstützten uns gegenseitig. Mit der Zeit wurden wir selbstbewusster und beteiligten uns stärker an Entscheidungen in unserer Gemeinschaft.

Veränderung, die man sehen kann

In unserer Region gibt es nun erstmals tierärztliche Dienste. Mobile Kliniken besuchen unsere Gemeinschaft, und unsere Tiere werden behandelt und geimpft.

Meine Tiere sind gesünder und geben mehr Milch. Ich kann meine Kinder ernähren und einen Teil der Milch verkaufen, um Einkommen zu generieren.

Wir sind auch besser auf Dürren vorbereitet. Wir haben Futterreserven und das Wissen, um schwierige Zeiten zu meistern.

Verantwortung übernehmen

Heute leite ich unsere Gemeindeplattform in Digino Kebele. Ich vertrete Familien und arbeite mit anderen zusammen, um Herausforderungen anzugehen.

Das Wichtigste ist, dass Frauen nun Teil der Entscheidungsfindung sind. Wir wirken mit bei Entscheidungen, die unser Leben, unsere Tiere und unsere Zukunft betreffen.

Das Leben ist immer noch schwer. Aber wir stehen ihm nicht mehr ohne Optionen gegenüber.

Wenn Frauen Verantwortung übernehmen, wird die ganze Gemeinschaft stärker.

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