Unterstützung der Lebensgrundlage von nomadischen Gemeinschaften zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit

Projektübersicht:

Land

Äthiopien

Projektname

ELSIR

Projektstatus

Abgeschlossen

Projektdauer

Start: 01.04.2014
Ende: 30.09.2015
17 Monate

Budget

CHF 967’029

Finanziert durch

DEZA und ECHO 

Projektgebiet

Themen

Tags 

Hintergrund:

Tiere sind die wichtigste finanzielle Grundlage nomadischer Gemeinschaften; ihre Lebensgrundlage hängt fast vollständig von den Tieren und ihren Produkten (Milch, Fleisch) ab. Dürren und Trockenheit führen in den Regionen Moyale und Mubarak zu fehlendem Wasser und trockenen Weiden. Die Tiere können nur schlecht ernährt werden, werden krank oder sterben.

Vor allem ärmere nomadische Gemeinschaften leben oft in abgelegenen Gebieten und haben keinen Zugang zu tierärztlichen Dienstleistungen und Medikamenten für ihre Tiere. Gesunde Tiere sind widerstandsfähiger und können somit auch schwere Zeiten besser überstehen, weshalb Dienstleistungen im Tiergesundheitsbereich ein Schlüsselelement für die Gesundheit und das Wohlergehen der nomadischen und halbnomadischen Bevölkerungsgruppen sind.

Projekt:

VSF-Suisse fokussiert sich im Projekt ELSIR darauf, mit der nomadischen Bevölkerung in Moyale und Mubarak Massnahmen zu erarbeiten, welche die Gesundheit ihrer Tiere verbessern und somit auch zur einer stabileren Lebensgrundlage der Bewohner führen. 

Zwanzig Laientierärzte werden ausgebildet, mit einer Grundlagen-Ausrüstung ausgestattet und mit bereits bestehenden Veterinärmedizin-Geschäften in Verbindung gesetzt. Weitere logistische Unterstützung wird zur Verfügung gestellt, um zu verhindern, dass sich Tierkrankheiten weiter ausbreiten.
2500 besonders bedürftige Haushalte erhalten Vouchers, damit sie tiermedizinische Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.
Weiters wurden durch das Projekt ELSIR zwei Wasserspeicher rehabilitiert, damit mehr und nachhaltiger Wasser gesammelt werden kann und somit auch während den trockenen Zeiten Wasser zur Verfügung steht. 

In drei bedürftigen Gemeinden wurden Pastoral Field Schools implementiert. Dabei werden Lerngruppen gebildet, in denen die Bewohner ihre Lebensgrundlagen und die daraus resultierenden Bedürfnisse und Probleme analysieren und selbst nach Lösungen suchen.  

In denselben Gemeinschaften wurden auch Village Community Banks (VICOBAS) ins Leben gerufen. Eine Personengruppe verwaltet einen gewissen Geldbetrag: Ein Teil davon wird gespart und ein Teil kann an die Bewohner verliehen werden. Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Bargeld in einem Dorf zu garantieren; einerseits für den Fall einer Notsituation, aber auch für die Stimulation von einkommensfördernden Massnahmen. Beim ELSIR-Projekt wird viel Wert darauf gelegt, mit einem „Zugang der Mitbestimmung“ zu arbeiten, das heisst es wird mit den lokalen Behörden zusammengearbeitet und die betroffenen Gemeinschaften werden bei der Planung, der Implementation und der Evaluation des Projekts involviert. So können nachhaltige Institutionen aufgebaut werden, deren Massnahmen auch nach Ende des Projekts weiterhin bestehen bleiben.