Verbesserung der Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen von agro-pastoralen Gemeinschaften

Projektübersicht

Land

Südsudan

Projektname

PROWIGA II

Projektstatus

Aktiv

Projektdauer

Start: 15.07.2020
Ende: 14.07.2022
24 Monate

Budget

USD 750’000

Finanziert durch

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA

Projektgebiet

Themen

Tags

Hintergrund

Die wichtigsten Parteien des 2018 wiederbelebten Abkommens zur Lösung des Konflikts im Südsudan (R-ARCSS) bildeten am 22. Februar 2020 die Übergangsregierung der nationalen Einheit des Südsudans (T-GONU), die den Beginn einer 36-monatigen Übergangsperiode markiert, die mit nationalen Wahlen enden wird. Die Bildung der T-GONU hat Hoffnungen geweckt, dass die rund 2,2 Millionen bzw. 1,6 Millionen südsudanesischen Binnenvertriebenen (IDPs) und Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren und mit dem Wiederaufbau ihres Lebens und ihrer Existenzgrundlage beginnen können. Im Land sind Millionen von Menschen mit Problemen in Bezug auf ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden konfrontiert, die auf die Auswirkungen verschiedener vom Menschen verursachter Katastrophen und Naturkatastrophen zurückzuführen sind.

Der Südsudan und seine Bevölkerung leiden nach wie vor unter den Auswirkungen jahrelanger Konflikte, Gewalt, begrenzter Entwicklungsinvestitionen, schlechter Produktion, Schädlingen und Krankheiten, klimabedingten Katastrophen, einer schlechten makroökonomischen Politik, schwindenden Öleinnahmen und Marktstörungen, die für einen großen Teil der Bevölkerung zu einer Spirale von Hunger und Elend zur Folge haben. Obwohl das Land reich an natürlichen Ressourcen ist, gehören die Indizes der menschlichen Entwicklung zu den schlechtesten der Welt. Im globalen Index für menschliche Entwicklung 2018 rangieren 187 der 189 Länder auf Platz 187. Fast die Hälfte aller Countys (78) hat einen hohen Bedarf, u.a. in Bezug auf Ernährungsunsicherheit, Schutz und Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH), Bildung und Gesundheit.

Jüngsten UN-Studien und Berichten zufolge ist die Ernährungsunsicherheit die Hauptursache für die Zahl der Leidenden. Nahezu 6,4 Millionen Menschen oder 54 Prozent der Bevölkerung waren im August 2019 akut nahrungsunsicher, die Zahl sank im Januar 2020 auf 5,29 Millionen (45,2% der Bevölkerung) und wird sich im April wieder auf 6,01 Millionen Menschen (51,4% der Bevölkerung) und zum Höhepunkt der Durststrecke im Juli 2020 auf 6,48 Millionen Menschen (55,4% der Bevölkerung) verschlechtern. Die Prävalenz der globalen akuten Unterernährung bei Kindern stieg von 13 Prozent im Jahr 2018 auf 16 Prozent im Jahr 2019 und überschritt damit die globale Notfallschwelle von 15 Prozent. Laut dem oben zitierten Bericht wird für 2020 mit einer akuten Unterernährung von mehr als 1,3 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerechnet. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Bedürfnisse sektorübergreifend eng miteinander verknüpft sind, z.B. wird akute Unterernährung auf die anhaltend hohe Ernährungsunsicherheit, die schlechte Qualität und Vielfalt der Nahrungsmittel, die niedrige Wasserqualität sowie die hohe Morbidität aufgrund eines schwachen Gesundheitssystems zurückgeführt.

Der im Februar 2020 veröffentlichte IPC legt nahe, dass eine sofortige Aufstockung der humanitären Hilfe erforderlich ist, um Leben zu retten und den völligen Zusammenbruch der Lebensgrundlagen in den betroffenen Bezirken abzuwenden, insbesondere in den Bezirken, deren Bevölkerung sich in einer Katastrophe (IPC-Phase 5) und einer Notlage (IPC-Phase 4) befindet. Die Situation könnte sich noch verschlimmern, wenn die jüngste Gründung von T-GONU zu einem hohen Aufkommen von Rückkehrern an Orte führt, an denen es in den meisten Fällen an grundlegenden Dienstleistungen mangelt, die erforderlich sind, um die gestiegene Nachfrage nach Überleben zu befriedigen.

Projekt

Das Projekt zielt darauf ab, die Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit sowie die Einkommensmöglichkeiten der betroffenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über unsere Aktivitäten:

– Wir unterstützen Haushalte bei der Einführung hybrider Geflügelproduktionstechniken zur Verbesserung der Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit und der Einkommensmöglichkeiten.

– Wir führen Auffrischungsschulungen für in der Gemeinschaft tätige Mitarbeiter im Bereich Tiergesundheit (CAHWs) und Hilfskräfte im Bereich Geflügelgesundheit, einschließlich Tierärzte, durch.

– Wir verbessern den Schutz der Lebensgrundlagen durch die Bereitstellung von Tiergesundheitsdiensten für 150.000 Nutztiere.

– Wir beschaffen verschiedene Tierarzneimittel, Hilfs- und Betriebsstoffe und Ausrüstung, die die kostenbasierte Bereitstellung von Tiergesundheitsdiensten unterstützen.

– Wir verbessern den Lebensunterhalt und das Einkommen.

– Wir fördern die psychosoziale und psychische Gesundheit/ das Wohlergehen von Kindern und ihren Familien/Betreuern, schützen ihre Rechte und verbessern die Fähigkeit von gemeindebasierten Unterstützungsmechanismen, auf Bedrohungen zu reagieren und mit ihnen umzugehen und eine friedliche Koexistenz zu fördern.

– Wir fördern Hygiene, soziale Distanzierung und andere Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19.

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