Ein Neuanfang für Pidor Kueth

Als ein Konflikt seine Region erschütterte, wurde Pidor Kueth schwer verletzt. Der Händler aus Akobo im Südsudan verlor dadurch seine wichtigste Einkommensquelle. Dank des THRIVE-Projekts konnte er sich in der Fischerei eine neue Existenz aufbauen und wieder Zuversicht schöpfen.
Jahrelang zog Pidor Kueth als Händler von Dorf zu Dorf. Er kaufte und verkaufte Waren, ernährte seine Familie und schmiedete Pläne für die Zukunft. Dann wurde seine Region von einem Konflikt erschüttert. Während dieser Unruhen erlitt Pidor eine schwere Verletzung.
Die Folgen waren einschneidend: Aufgrund einer dauerhaften Behinderung konnte er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Von einem Tag auf den anderen verlor er seine Einkommensquelle und mit ihr einen Teil seines Selbstvertrauens. „Mein ganzes Leben lang war ich gesund und unabhängig“, erinnert er sich. „Plötzlich wusste ich nicht mehr, wie ich meine Kinder versorgen sollte.“ Pidors Geschichte steht stellvertretend für die Herausforderungen vieler Menschen im Südsudan. Konflikte, Klimaschocks und begrenzte wirtschaftliche Perspektiven erschweren es vielen Familien, sich eine sichere Zukunft aufzubauen.
Gemeinschaften stärken
Genau hier setzt das THRIVE-Projekt an. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt VSF-Suisse Menschen dabei, neue Einkommensmöglichkeiten zu erschliessen und ihre Widerstandskraft gegenüber Krisen zu stärken. Das von UK Aid finanzierte und von GOAL geleitete Konsortium arbeitet mit Viehhalter:innen, agro-pastoralen Gemeinschaften und Fischereigruppen zusammen. Ziel ist es, Einkommensquellen zu diversifizieren, die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu stärken und wirtschaftliche Perspektiven zu verbessern. Besonderes Augenmerk gilt dabei Menschen, die häufig von beruflichen Chancen ausgeschlossen werden – darunter Frauen, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen.
Ein Neuanfang auf dem Wasser
Für Pidor eröffnete die Fischerei einen neuen Weg. Die Arbeit erforderte weniger körperliche Kraft als sein früherer Beruf. Doch wie vielen anderen Menschen in seiner Gemeinde fehlten ihm die nötigen Mittel für den Einstieg. Ohne Kanu, Fischernetze oder Angelhaken war es kaum möglich, die ertragreichen Fischgründe zu erreichen.
Über das THRIVE-Projekt erhielt seine Fischereigruppe die notwendige Ausrüstung, um ihre Arbeit aufzunehmen. Da Menschen mit Behinderungen oft zusätzlichen Hürden begegnen, wurde ihre Beteiligung an den Fördermassnahmen gezielt unterstützt.
Die Wirkung zeigte sich rasch. „Früher hatten wir oft nichts zu essen. Heute kann ich wieder für meine Familie sorgen. Dank dieser Arbeit können meine Kinder wieder zur Schule gehen.“
Mehr als nur ein Einkommen
Für Pidor geht der Nutzen weit über das Einkommen hinaus. Wieder zum Unterhalt seiner Familie beitragen zu können, hat ihm Würde und Selbstvertrauen zurückgegeben. „Ich werde wieder wahrgenommen. Ich gehöre wieder dazu“, sagt er. Heute ist er Teil einer Gruppe von 30 Fischerinnen und Fischern, die gemeinsam ihr Business weiterentwickeln. Die Mitglieder teilen sich die Aufgaben zwischen Fischfang und Vermarktung und sichern so ganzjährig ein Einkommen.
Zudem haben sie weitere Zukunftspläne. Sie möchten in den Gemüseanbau investieren, kleine Unternehmen gründen und ihre Fische über Akobo hinaus auf Märkten im Südsudan und in Ostafrika verkaufen.

Zukunft statt Überleben
Geschichten wie die von Pidor zeigen, wie wichtig Investitionen in nachhaltige Lebensgrundlagen sind. Sie schaffen nicht nur Einkommen, sondern stärken auch die Widerstandsfähigkeit von Menschen und Gemeinschaften.
Durch THRIVE erhalten die Teilnehmenden nicht nur Unterstützung bei der Bewältigung von Krisen. Sie gewinnen Wissen, Fähigkeiten und neue Chancen, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
Wie Pidor es ausdrückt:
„Wir überleben nicht mehr nur. Wir bauen uns eine Zukunft auf.“
In diesem Kurzfilm erzählt Pidor seine Geschichte.

Jetzt Spenden
Unsere Arbeit ist nur möglich, weil Menschen uns unterstützen. Mit einer Spende helfen Sie dabei, Tiere gesund zu halten und Familien eine Zukunft zu geben.



.png)