Der Ausbau des Umweltschutzes und die Verbesserung der Lebensbedingungen von tausenden Menschen können Hand in Hand gehen, wie das Beispiel unseres im letzten Jahr abgeschlossenen Projektes APFA II zeigt.

Im Rahmen dieses Projektes hat sich VSF-Suisse während sechs Jahren für die Gemeinden rund um den Abdoulaye-Wald in Togo engagiert. In der ersten Phase des Projektes (APFA I, 2014-2017) haben wir Kleinbauern dabei begleitet, sich in Bauernorganisationen zusammenzuschliessen, damit sie ihre Interessen besser vertreten können. Angesichts der Erfolge der ersten Phase und einiger verbleibender Herausforderungen wurde beschlossen, in einer zweiten Phase ergänzende und konsolidierende Maßnahmen durchzuführen. So war AFPA II geboren, mit dem Ziel zwischen März 2018 und Juni 2020 in sechs Dörfern (drei aus Phase 1 sowie drei neue) die Lebensbedingungen der am Abdoulaye-Wald lebenden Bevölkerung weiter zu verbessern und gleichzeitig den Wald und seine Artenvielfalt zu erhalten.

Da die Verbesserung der Lebensbedingungen das Einfallstor für die Bekämpfung der Ursachen der Umweltzerstörung ist, konzentrierte sich das Projekt vor allem auf einkommensschaffende Aktivitäten. Dabei zentral waren Verbesserungen in der Organisation der Produzentinnen und Produzenten sowie der Produktionsketten (für die Shea-Nuss, Honig und kleinbäuerliche Landwirtschaft), die Unterstützung der Produktion (finanzielle Unterstützung, Vermittlung von Hilfslieferanten und Betriebsmitteln) und die Förderung der Vermarktung der Produkte.

Wir arbeiteten zudem mit verschiedenen Interessengruppen der betroffenen Gemeinden zusammen, um den Zugang zu Wasser und den Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu verbessern. Im Verlauf des Projektes wurden fünf Brunnen und drei Wasserrückhaltetanks für den Gemüseanbau gebaut, drei Bohrlöcher in Schulen rehabilitiert sowie sechs Teiche für die Tränkung von Tieren angelegt. Verwaltet werden diese Infrastrukturen von eigens dafür gebildeten lokalen Komitees. Zusätzlich haben wir in der Gegend die Aufforstung von mehr als 20’000 Bäumen ermöglicht und mehrere Sensibilisierungs- und Schulungsveranstaltungen zum Thema Umweltschutz für Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Um Verstösse gegen die Naturschutzbestimmungen rund um den Abdoulaye-Wald zu verhindern und zu melden, wurden in jedem Dorf Ausschüsse geschaffen, die mit den Forstbehörden zusammenarbeiten.

Dank der lokalen Verankerung durch Kooperation mit drei lokalen NGOs und dem staatlichen technischen Dienst ICAT sind wir uns sicher, dass die erreichten Ziele auch langfristig eine nachhaltige positive Wirkung für die Menschen und die Natur in der Region haben werden.

Foto © VSF-Suisse: Für die Ernte der Shea-Nüsse wurde ein neues Instrument entwickelt, das sogenannte Shea-Rad. Durch dessen Einsatz sind die Frauen weniger dem Risiko von Schlangenbissen ausgesetzt, schützen ihre Rücken und können mehr Nüsse ernten.