Äthiopien

Hintergrund

Äthiopien umfasst 1’104’300 Quadratkilometer, auf denen 99 Millionen Einwohner leben. Obwohl das Land mehrere Jahre wirtschaftlichen Wachstums hinter sich hat, leben 30 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 44 von 1’000 Geburten.

Die heutige Situation in Äthiopien wird als humanitärer Notfall klassifiziert. Das Land ist stark von der Klimakatastrophe betroffen und Bauern wie auch Nomaden kämpfen darum, sich von einer durch El Niño ausgelösten Dürre zu erholen.

Das Land am Horn von Afrika, in dem 80 % der Bewohner zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf Ackerbau und Viehzucht angewiesen sind, hat gerade seine schlechteste Erntesaison seit Jahrzehntenerlebt. Dementsprechend sind inzwischen laut Welternährungsorganisation 5,6 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Wir führen unsere Projekte in der Region Somali, für die weitere Dürreperioden vorhergesagt werden, durch. Auslöser der prekären Situation, in der sich die Region befindet, sind eine Anzahl verschiedener Faktoren:

  • Einerseits tragen extreme Wetterumschwünge zur Degeneration von Acker- und Weideflächen bei, welche jedoch während der Trockenzeiten besonders gebraucht werden.
  • Andererseits sorgt die Migration von Nomaden aus angrenzenden Gebieten für einen Anstieg des Bevölkerungsdrucks und somit eine Verschlechterung der Lebensbedingungen.

In schwierigen Umständen wie den genannten kann ein Mangel an veterinärmedizinischer Versorgung rasch zur Verbreitung von Nutztierkrankheiten führen, die wiederum direkten Einfluss auf die Nomaden haben, welche von der Haltung gesunder Tiere abhängig sind.

Die Aktivitäten von VSF-Suisse in Äthiopien bestehen unter anderem darin, gesunde Nutztiere an Menschen in Not abzugeben, Tiergesundheitsleistungen zu stärken sowie die Lebensgrundlagen der benachteiligten Bevölkerungsgruppen sicherzustellen um ihre Kapazitäten zu erhöhen, zukünftigen Ereignissen widerstandsfähiger zu begegnen.

Themen

Vor Ort seit: 2010

Aktivitäten in: Addis Abeba, Moyale, Warder, Jigjiga, Dire Dawa und Gode

Anzahl Projekte: 11

Hauptpartner: DEZA, Äthiopischer

Humanitärer Fonds, GIZ, Europäische
Union, FAO, Glückskette, IFPRI, Cordaid,
COOPI, ACPA, RACIDA, ILRI, CCM

Team: 31

Ethiopia

Aktuelle Projekte Äthiopien:

News:

«In nur einem Tag zerstören die Heuschrecken die Ernährungsgrundlagen von 35’000 Menschen!»

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Unsere Programmverantwortliche für Ostafrika, Frédérique Darmstaedter, gab am 9. Juni an der Sendung CQFD auf RTS Auskunft zu verschiedenen Fragen rund um die aktuelle Jahrhundert-Heuschreckenplage im Horn von Afrika. Wir freuen uns sehr, dass wir dadurch mehr Aufmerksamkeit auf diese Katastrophe lenken konnten!
Dies ist ein erster Erfolg – wir werden uns aber weiterhin für mehr Sichtbarkeit zu der Plage einsetzen!

Heuschreckenplage in Ostafrika bedroht 13 Millionen Menschen

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Seit Anfang April fallen Heuschreckenschwärme über das Horn von Afrika her. Sie zerstören das Land und machen Ernten zunichte. Schätzungen zufolge bedroht dies die Lebensgrundlagen von 13 Millionen Menschen in Ostafrika durch Ernteausfälle und den Verlust ihres Viehs. Gemäss der UNO handelt es sich in Kenia um den grössten Schädlingsbefall seit 70 Jahren. VSF-Suisse ist in den betroffenen Ländern tätig und unterstützt dort mit ihrer Arbeit die Gesundheit von Tier und Mensch, die nun stark gefährdet ist.

Heuschreckenplage in Ostafrika bedroht Bevölkerung durch Hungersnot

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Während sich die ganze Welt zurzeit auf COVID-19 konzentriert, wird die beispiellose Heuschreckenplage in den 8 Ländern im Horn von Afrika (Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan, Uganda und die Vereinigte Republik Somalia) in den Hintergrund gedrängt.